Manfred Mann’s Earth Band, Kongresshaus Zürich, 16. November 2015, besucht von Léonard Wüst

Manfred Mann’s Earth Band

Manfred Mann’s Earth Band

Besetzung:

Manfred Mann, keyboards/vocals -Robert Hart, vocals –

Mick Rogers, guitar – Steve Kinch, bass – Jimmy Copley, drums

Rezension:

Südafrika? Das war doch Apartheid, Townships, Diamantenminen, De Beers, Nelson Mandela, Steve Biko, Christiaan Barnard, Mahatma Gandhi`s Tätigkeit als Rechtsanwalt (1893 – 1914), vielleicht noch die Springböcke, Safaris, das Kap der guten Hoffnung, der Tafelberg und die Weine. Da war aber noch was und ist es noch immer. Ende der 1960er Jahre, in einer Epoche, als die europäischen (vor allem die britischen) Popbands die amerikanischen Rock Ikonen schon längst an der Spitze der Music Charts abgelöst hatten, spielte noch einer ganz vorne mit, der Südafrikaner Manfred Mann (eigentlich Manfred Sepse Lubowitz 1940*), ab 1971 mit seiner Earth Band.

Für mich war klar, entweder er startet grad mit einem seiner Kracher, wie zum Beispiel „Davy is on the road again“ oder das Ganze wird dramaturgisch so gut musikalisch aufgebaut, dass alles auf ein grosses Finale hinausläuft. Es kam dann die zweite Variante zum Zug. Relativ unbekanntere Songs mit süffigen Arrangements, gespickt mit virtuosen Soli animierten die Besucher und weckten Erwartungen, welche es zu erfüllen galt. Stimmungsmässig nahm die ganze Sache Fahrt auf, als mit «Blinded By The Light» einer der bekannteren Songs performt wurde. Grandios der unverwüstliche Leadgitarrist Mick Rogers und natürlich der Chef höchstpersönlich, wenn er sich mit seinem portablen legendären Mini Moog Sythy über die Bühne bewegte, alle Möglichkeiten des Instruments ausschöpfend. (Der Mini Moog ist ein analoger, einstimmiger (monophoner) Synthesizer). Das Publikum im fast vollen Saal kam immer besser in Stimmung und liess sich mitnehmen auf die musikalische Zeitreise zurück in die frühen 1970er Jahre, heraufbeschworen durch die so typischen Gitarrenriffs und Bassläufe der damaligen Zeit, die noch immer stark von Rhythm & Blues beeinflusst waren, sich aber stetig Richtung Bluesrock, Jazzrock weiterentwickelten. Von dieser Gutlaune liessen sich auch die Musiker anstecken und zogen den Gig engagiert voll durch, schnörkellos und ohne Durchhänger. Signifikant lange, von Orgel, Mini Moog und E-Gitarre bestimmte Instrumentalteile und das Markenzeichen der Earth Band, Kompositionen anderer Künstler zu covern und ihnen ihren eigenen, unverwechselbaren Bandsound zu verleihen, kamen jetzt mehr und mehr zum Tragen. Den Zuhörern gefiels und sie liessen sich auch zum Mitwippen animieren, und so konnten die Protagonisten, nach fast zwei Stunden animiertem Set, endlich Davy wieder musikalisch auf die Strasse lassen, angekündigt mit den kurzen entsprechenden Harmonien auf dem Keyboard , einem prägnantem Schlagzeugintro von Jimmy Copley und markantem Basslauf durch den, sich sonst eher zurückhaltenden, Steve Kinch. Jetzt war natürlich Stimmung pur und Leadsänger Robert Hart ermunterte das Publikum erfolgreich zum Mitsingen. Fast nahtloser Übergang zum, von Bob Dylan komponierten, „Quinn the Eskimo (The Mighty Quinn)“, dem wohl bekanntesten aller MMEB Titeln, den auch die jüngeren Generationen kennen. Die vehement geforderte Zugabe wurde in Form einer Refrain Wiederholung von Mighty Quinn gewährt, das war’s dann.

Das doch etwas in die Jahre gekommene Auditorium feierte die, auch schon etwas reiferen Musiker, trotzdem heftig, das Konzert war aber definitiv fertig. Wie schön wär es gewesen die zwei andern absoluten Tophits Ha! Ha! Said The Clown Live und Hi-Lili, Hi-Lo auch noch serviert zu bekommen. Wer weiss, vielleicht ein nächstesmal Mal wenns heisst: MMEB is on the road again.

Nachtrag:

Nach großen Erfolgen mit seiner Band „Manfred Mann in den 1960er-Jahren gründete Manfred Mann 1971 zusammen mit Colin Pattenden, Chris Slade und Mick Rogers seine Earth Band. Manfred Mann gelangen gleich mehrere Songs für die Ewigkeit. Welthits wie «Mighty Quinn», «Blinded By The Light» oder «Davy´s On The Road Again» sind Klassiker der Pop- und Rockgeschichte, die bis heute keinerlei Staub ansetzten. Der 1940 in Johannesburg, Südafrika, geborene Mann gründete seine Earth Band 1971 und war in den Jahren darauf mit seinen Hits Stammgast in den Hitparaden aller Welt. 1988 löste er die Band auf, um nur vier Jahre später wieder auf die Bühne zurückzukehren. Bis heute ist seine Lust auf Konzerte ungebrochen: «Pop, rock and jazz is the music of the 20th century, certainly the last half, and the best music will last. I started off being a musician and I’m carrying on being a musician. As long as people will pay to see us do gigs, I’ll perform.» Gitarrist und Gründungsmitglied Mick Rogers ist bis heute an seiner Seite, der neue Sänger Robert Hart bringt viel Drive und viele sind überzeugt, Manfred Mann’s Earth Band sei heute besser und rockiger denn je.

3 kurze Trailer des Konzertes von Rolf Winz

youtube.com/watch?v=_-hRop0pTuY&feature=youtu.be

youtube.com/watch?v=xlOrfQ-lSvI&feature=youtu.be

youtube.com/watch?v=fywavzyi2hs&feature=youtu.be

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: und Wikipedia  www.allblues.ch

Homepages der andern Kolumnisten: www.marvinmueller.ch www.gabrielabucher.ch
www.irenehubschmid.ch  Paul Ott:www.literatur.li [content_block id=29782 slug=ena-banner]

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