Spatz und Engel, die Theater-Show mit den grössten Hits von Edith Piaf und Marlene Dietrich, Stadttheater Sursee, 20. November 2015, besucht von Léonard Wüst

SPATZ UND ENGEL

SPATZ UND ENGEL

Besetzung und Kreativteam:

Edith Piaf: Eveline Suter

Marlene Dietrich: Susanne Rader

Ensemble: Urs Affolter

Ensemble: Nikolas Gerdell

Regie: Stanislav Mosa

Musikalische Leitung: Gaudens Bieri

Kostüm: Andrea Kucerova

Maske: Sandra Wartenberg

Autor, Übersetzer: Daniel Grosse Boymann

Autor: Thomas Kahry

 

 

Rezension:

Für einmal wurde im Stadttheater Sursee, sonst einem Mekka der Operettenliebhaber, nicht eine ebensolche zum Besten gegeben, sondern eine moderne Version des Musiktheaters, das Musical „Spatz und Engel“ (Eine Tourneeproduktion der Walensee – Bühne). Die doch etwas sehr dürftig gestrickte Geschichte der Freundschaft/Liebe zwischen Edith Piaf (Der Spatz von Paris) und Marlène Dietrich (Der blaue Engel) konnte bestehen, dank grossartiger schauspielerischer und gesanglicher Leistung der beiden Hauptfiguren, verkörpert von Eveline Suter und Susanne Rader. Rader überzeugte durch die lasziv reservierte, fast kühl – arrogante Darstellung der unnahbaren Ikone Marlène, Suter als die etwas unbedarfte schutzbedürftig – fragile Piaf. Begleitet von einer guten Live Band intonierten die zwei Damen einige der bekanntesten Chansons bzw. Songs/Lieder der beiden Weltstars, eingebettet in eine seichte Story ihrer persönlichen Verbundenheit und Beziehung., bei der auch nicht genau zu eruieren ist, was war Realität, was bloss Fiktion. Das Bühnenbild entsprach in etwa der Qualität der Geschichte, war also auch nicht gerade ein „Eyecatcher“ und die übrigen Schauspieler/innen waren denn auch meist mit dem Umstellen der Requisiten beschäftigt, denn mit schauspielerischen Aktionen. Zurück zum Erfreulichen. Die Autoren hatten doch ein paar Sprüche für den „Engel“ getextet, die beim Publikum Gelächter auszulösen vermochten, ebenso wie Erklärungen des „Spatzes“ über ihr turbulent – chaotisches Liebesleben. Den ersten Grossapplaus erntete Eveline Suter aber für die Interpretation des „Accordeoniste“. dem der „Engel“ wenig später mit I’ve grown accustomed to her face aus „My fair Lady“ Paroli bot. Immerhin war die Inszenierung zügig arrangiert, sodass es keine Durchhänger gab und das Auditorium gut unterhalten und bei Applauslaune gehalten wurde. Grossartig auch die physische Präsenz der beiden Hauptdarstellerinnen was Gestik, Mimik aber auch ihre Bewegungen anbelangt. Kompliment auch an die Maskenbildner, die ganze Arbeit geleistet haben. Zerbrechlich kränkelnd gab Suter die Piaf, unangreifbar unnahbar – abweisend Rader die Dietrich. So gegensätzlich die verkörperten Charaktere, ergänzten sie sich doch zu einem Ganzen, dessen Bogen vor allem durch die Abfolge der musikalischen Klassiker gebildet wurde. Überragendes Highlight die musikalische Aufforderung von Susanne Rader, ihr zu sagen wo die Blumen sind. Eindrücklich auch das im Duett vorgetragene „La vie en rose“. Das Publikum feierte die beiden Darstellerinnen denn auch nach jedem Lied mit kräftigem Applaus und genoss dieses nostalgische Märchen, oder eben doch Dokudrama?, sichtlich. Dazwischen immer ein paar Dialoge um die Geschichte weiter zu spinnen und am Laufen zu halten, bis Eveline Suter das finale „Je ne regrette rien“ in den gutbesetzten Theatersaal schmetterte, worauf die Protagonisten sich über eine langanhaltende stehende Ovation freuen durften, die bekundete, dass auch die Zuschauer nicht bereuten, diesen Event besucht zu haben.

Kleine Fotodiashow der Produktion:

fotogalerien.wordpress.com/2015/11/01/spatz-und-engel-die-theater-show-mit-den-groessten-hits-von-edith-piaf-und-marlene-dietrich-stadttheater-sursee-20-november-2015-besucht-von-leonard-wuest/

Video der Erstaufführung : www.youtube.com/watch?v=_ymNtZrxM5s

spatzundengel.ch/mediathek/mediathek.php

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos:  Produktion Spatz und Engel www.spatzundengel.ch/

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