Kolumne von Léonard Wüst: Fast wie Dinsneyland.

 

 

Schweizer Idylle, malerische Altstadt in der Abenddämmerung

malerischer Bergsee in den Schweizer AlpenWir Schweizer sind doch wirklich privigiliert. In der Zeit, die Leute in einer Weltstadt brauchen, um an ihren Arbeitsplatz zu gelangen, haben wir schon fast unser ganzes Land bereist. Dank dem sehr guten Angebot im öffentlichen Verkehr sind auch die Nichtautomobilisten gut, schnell und sicher unterwegs.

Bei uns ist ja alles herzig, übersichtlich und ja schon fast begehbar, wie in Disneyland oder im Swissminiature in Melide. Am Morgen mal von Luzern in Richtung französischsprachigeWestschweiz, kleine Rundfahrt auf dem Genfersee, dann weiter ins Wallis nach Zermatt zum Matterhornwatching, quer durch den Simplontunnel nach Domodossola (Italien), von da durch das Centovalli wieder zurück in die Schweiz nach Locarno. Weiter mit dem Zug über den Gotthard nach Flüelen, ab dort mit dem Schiff über den Vierwaldstättersee zurück nach Luzern. Dort entscheiden wir uns abends für den Besuch eines kulturellen Anlasses der Weltklasse. Die Entscheidung fällt meistens nicht leicht, bietet doch Luzern, bezogen auf die Einwohnerzahl ein grösseres und vielfältigeres Angebot, als Berlin, London oder gar New York.

Für Freaks ein anderer Vorschlag: Morgens ab Luzern auf den Titlis bei Engelberg auf über 3000 m.ü.M zum Sommerskifahren, nachmittags Segelpartie auf dem Vierwaldstättersee auf den Spuren von Wilhelm Tell, dann ein erfrischendes Bad im See, später legeres Abendprogramm mit Rumhängen an der Reuss, oder im Juli Besuch des Blue Balls Festivals mit Dutzenden von Weltstars der verschiedensten Musikstilrichtungen, präsentiert rund um das Luzerner Seebecken und in den entsprechenden Konzertlokalen, selbstverständlich immer mit aftershow parties für den harten Kern.

Das einzige, was uns wirklich fehlt ist eine Metropole (Weltstadt), obschon die Zürcher das natürlich anders sehen. So tauften sie flugs ihren Flughafen vom, bekannten, wenn auch etwas behäbigen Zürich Kloten um auf Unique Airport. War ja abzusehen, dass die meisten englischsprechenden Passagiere dann Munich Airport verstanden und sich wunderten. Jetzt nach langen Jahren des „Brainstormings“in der Chefetage machte man endlich den Schritt zurück und jetzt weiss auch ich wieder, wo ich aussteigen muss und lande nicht versehentlich im September beim Müncher Oktoberfest. Wieso das im September ist, ist mir immer noch schleierhaft, wahrscheinlich freistaatliche CSU Regelung?

Ich weiss durchaus, wieso die russische Oktoberrevolution heute im November gefeiert wird ( gregorianischer und julianischer Kalender), aber die Bayern bleiben selbst uns, doch auch ein Bergvolk, ein Rätsel.

Das Manko der fehlenden Weltstadt bleibt uns wohl erhalten, die Geburtenrate ist ja bei uns auch nicht unbedingt überdurchschnittlich. Wobei eine Metropole ja nicht zwingend Millionen von Einwohnern haben muss.

Vielleicht schränkt dieses Manko ja auch unsere Sichtweise etwas ein, manchmal ein bisschen kurzsichtig und nicht unbedingt weltoffen, obschon die Zürcher ja grosspurig werben: Zürich Downtown Switzerland. Klar, die bekanntesten Zürcher sind ja auch: Udo Jürgens, Tina Turner, Patricia Kas, manchmal Boris Becker usw.

www.leonardwuest.ch

www.irenehubschmid.ch

www.gabrielabucher.ch

 

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