Podiumsgespräch zu den Stadtratswahlen Sursee, 19. April 2015, Tuchlaube, Rathaus Sursee

Das aktuelle Stadtratsgremium: v.l.n.r Bruno Bucher, Bauvorsteher; Beat Leu, Stadtpräsident; Jolanda Achermann Sen, Sozialvorsteherin; Heidi Schilliger Menz, Bildungsvorsteherin; Paul Rutz, Finanzvorsteher; Godi Marbach, Stadtschreiber

Das aktuelle Stadtratsgremium: v.l.n.r Bruno Bucher, Bauvorsteher; Beat Leu, Stadtpräsident; Jolanda Achermann Sen, Sozialvorsteherin; Heidi Schilliger Menz, Bildungsvorsteherin; Paul Rutz, Finanzvorsteher; Godi Marbach, Stadtschreiber

Die Podiumsdikussion wurde moderiert von Frau Dr. Andrea Willimann Misticoni, Redaktionsleiterin der Surseer Woche und Daniel Zumbühl, Redaktor Surseer Woche.

 

Die Tuchlaube war, trotz schönem Frühlingswetter praktisch bis auf den letzten Platz besetzt (ca. 180 Personen), als Frau Dr. Andrea Willimann des Podium, gewappnet  mit einem Sorser Regenschirm, eröffnete, unterstützt von Daniel Zumbühl, ihrem Redaktionskollegen. Auch er mit Regenschirm. Sie wollten damit ihre Solidarität mit dem Stadtrat demonstrieren (Wir lassen Euch nicht im Regen stehen, wenn der Wind einmal etwas heftiger entgegenbläst). Dies in Bezug auf die vorletzte Gemeindeversammlung vom Dezember 2015, als der Stadtrat, vor allem der Bauherr und der Stadtpräsident arg unter Beschuss gerieten ob der Causa Buchenhof. Nach dieser Cabaret Einlage wandte man sich dann dem Eigentlichen zu, d.h. zuerst stand Stadtpräsident Beat Leu Red und Antwort. Dieser hielt auf die entsprechende Frage fest, dass er Kritik als Ansporn empfinde, ja er profitiere sogar davon, um seine Sache noch besser zu machen. Er sehe sich im Gremium vor eher als Coach, denn als Chef, er sei das ja auch von seinem Beruf als Linienpilot her gewohnt, im Team zu arbeiten, also z.B. seinen Copiloten in die Entscheidungsfindung mit einzubeziehen. Auf das Nachhaken von Daniel Zumbühl, wie man jetzt das Vertrauen der Bürger zurück gewinnen wolle, blieb B.L. eher vage und parierte mit Gemeinplätzen, das ja Strafanzeige eingereicht worden sei, man den Dialog mit den Beteiligten suche, den Untersuchungsbericht von Alois Widmer, ehemaliger Regierungsstatthalter, abwarten müsse. Erst dann sei klar, was schief gelaufen sei, wo, wenn überhaupt, Fehler gemacht wurden. Dann erläuterte Leu noch seine Vision für die kommende Legislatur, dass er die Zukunft der Gemeinde vor allem im parallelen Wachstum der Qualität, im Gleichschritt mit der quantitativen Entwicklung sehe. Einem Ort, wo man gern wohne, arbeite und lebe, mit einem breiten Angebot, ob in kultureller oder sportlicher Hinsicht, ob Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitsangeboten usw.. Gerne hätte man griffigere, Themen bezogene  Fragen gehört, aber man liess es bei der Wohlfühloase bleiben und driftete ab in Richtung Smalltalk bei dem man vernahm, dass der Stapi nach seiner Pensionierung gerne ein Modellflugzeug bauen würde. Daraufhin wurde Bauherr Bruno Bucher, mit 2 Legislaturen à vier Jahren, der Amtsälteste des Gremiums in die Zange (In diesem Fall  eher in die Samthandschuhe) genommen. Die Frage von D.Z. ob es wohl als Bauherr einen besonders breiten Rücken brauche, bejahte B.B. in dem Sinne, dass halt gewisse Entscheide nicht von allen begrüsst würden. A.W. zweifelte, dass B.B. es noch erleben würde während der nächsten Legislatur, dass die Ortsplanung umgesetzt sein werde. B.B. meinte, es sei soweit alles aufgegleist, dass halt manchmal wieder auf das .O.K. der kantonalen Behörde gewartet werden müsse. Auf die entsprechende Frage versicherte der Bauherr, dass das Verhältnis zu den Behörden der Nachbarsgemeinden sowie zum RET (regionalen Entwicklungsträger) besser sei als auch schon und man sich laufend austausche. Schlussendlich, als Abschluss des seichten Gelabbers erfuhr man noch, dass jetzt der Stadtpräsident der Stadtrat interne Chauffeur ist, da dieser über das grössere Auto verfüge und nicht mehr der Bauherr. Ein bisschen mehr hätte man den beiden Herren schon auf den Zahn fühlen dürfen, auch ohne per se kritisch eingestellt zu sein, hatten diese sich doch, durch ihre Uneinsichtigkeit im Fall Buchenhof, selber in diese Situation manövriert. Es folgten die beiden Stadträtinnen mit  Statements zu ihren Ressorts, was beide souverän erledigten. Dann waren die zwei Kandidaten an der Reihe, die, so stellte sich schnell heraus, in den meisten Sachen faktisch einer Meinung sind, was wenig erstaunt, kandidieren doch beide für die CVP. Einzig Michael Widmers Parteiwechsel von der BDP, für die er vor vier Jahren noch zur Kantonsratswahl angetreten war, zur CVP wurde hinterfragt. Diesen Wechsel konnte aber Widmer fundiert begründen, war er doch zu der Zeit im Amt der damaligen BDP Bundesrätin Eveline Widmer – Schlumpf als persönlicher Berater tätig. Er dementierte aber, dass er ursprünglich als „wilder Kandidat“ für das Amt des Stadtpräsidenten kandidieren wollte. Fachlich scheinen beide fähig zu sein, das Amt des Finanzvorstehers auszuüben. Bei der folgenden Publikumsfragerunde wurden nur wenige Fragen gestellt und die waren allgemeiner Art, hatten nicht direkt etwas mit den Kandidaturen zu tun. Klar wäre es spannender gewesen, wenn die neuen Kandidaten aus verschiedenen politischen Lagern gekommen wären, so war es leider nur eine harmlos dahindümpelnde banale Gesprächsrunde. Apropos Buchenhof, das Thema wurde indirekt halt doch erwähnt und war natürlich in den Köpfen der Bürger präsent:  Vielleicht brächte man das leidige Thema ein für alle Mal vom Tisch, wenn die politisch Verantwortlichen endlich hin stehen und erklären: Wir haben nicht gelogen, wir haben nur nicht die ganze Wahrheit gesagt.

Prognose: Die beiden Stadträtinnen werden ihre Wiederwahl mit Glanzresultaten schaffen, Beat Leu und Bruno Bucher werden mangels Alternativen wiedergewählt, mit Denkzetteln in Form von grossen Stimmeinbussen. Rainer Jaquemai wird, aufgrund grösserer Bekanntheit und besserer Vernetzung, in das Amt des Finanzchefs gewählt. Michael Widmer bleibt ein valabler Kandidat für eine spätere Ressort ungebundene Kandidatur und die CVP wäre gut beraten, Widmer nicht vorzeitig (z.B. mit einer Kantonsratskandidatur o.ä.) zu verheizen. Der Start für den neuen Finanzchef sieht aufgrund der heute veröffentlichten Jahresrechnung 2015 (unerwarteter Überschuss von Fr. 1‘460‘116.87) nicht mehr ganz so düster aus.

Nach etwas mehr als zwei Stunden war dann diese, als Podiumsdiskussion deklarierte, Werbeveranstaltung für die Surseer Woche beendet und wer wollte, konnte sich beim anschliessenden Umtrunk noch mit den Protagonisten austauschen.

Ebenso auf dem Podium:

Bruno Bucher, Bauvorsteher; Beat Leu, Stadtpräsident; Jolanda Achermann Sen, Sozialvorsteherin; Heidi Schilliger Menz, Bildungsvorsteherin (alle bisher) Rainer Jacquemai, Michael Widmer ( beide neu)

Text: leonardwuest.ch

Fotos: Stadt Sursee, Surseer Woche, CVP Sursee, Wikipedia

Homepages der andern Kolumnisten: www.marvinmueller.ch  www.irenehubschmid.ch

www.gabrielabucher.ch  Paul Ott:www.literatur.li

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