Luzerner Theater: Il viaggio a Reims Dramma giocoso in einem Akt von Gioacchino Rossini, Première 1. Mai, besucht von Léonard Wüst

Il viaggio a Reims

Il viaggio a Reims

Dramma giocoso in einem Akt von Gioacchino Rossini
Text von Giuseppe Luigi Balloco
Orchesterarrangement und Neukomposition des Finale von Howard Arman

Produktionsteam

Howard Arman Musikalische Leitung
Dominique Mentha Inszenierung
Werner Hutterli Bühne
Susanne Hubrich Kostüme
David Hedinger Licht
Mark Daver Choreinstudierung
Dr. Christian Kipper Dramaturgie

Besetzung

Alexandre Beuchat Antonio, Jutta Maria Böhnert Corinna, Todd Boyce Don Alvaro, Flurin Caduff Il Barone di Trombonok, Carlo Jung-Heyk Cho Il Cavaliere Belfiore, Szymon Chojnacki Lord Sidney, Gregor Dalal Don Prudenzio, Marie-Luise Dressen Maddalena / Delia, Teodora Gheorghiu Madama Cortese, Annina Haug Modestina, Utku Kuzuluk Il Conte di Libenskof, Eunkyong Lim La Marchesa Melibea, Carla Maffioletti La Contessa di Folleville, Robert Maszl Zefirino / Don Luigino / Gelsomino, Marc-Olivier Oetterli Don Prudenzio, Boris Petronje Don Profondo

Chor des Luzerner Theaters, Luzerner Sinfonieorchester

Rezension:

Rossini komponierte seine letzte italienischsprachige Oper zur Krönung des französischen Königs Karls X. Sie wurde am 19. Juni 1825 im Théâtre-Italien in Paris uraufgeführt. Die Musik verwendete Rossini später auch für seine letzte komische Oper Le comte Ory.

Zum seinem Abschied aus Luzern inszenierte Dominique Mentha nochmal selber und mit dabei waren auch etliche Schauspieler/Sängerinnen, die früher einmal zum Ensemble des Luzerner Theaters gehört hatten, u.a. Teodora Gheorghiu als Madama Cortese und Marc-Olivier Oetterli als Don Prudenzio
Mit «Il viaggio a Reims» inszeniert Dominique Mentha ein Adieu, bei welchem das gesamte Musiktheaterensemble sowie ehemalige Ensemblemitglieder auf der Bühne stehen. Symbolisch bettet er das Geschehnis in die Kulisse eines Zirkus ein, weil, wie er erklärt, Zirkusleuten und Theaterleute immer unterwegs sind, die einen von Stadt zu Stadt, die andern von der einen zur andern Spielstätte. Konsequenterweise platziert er auch das Orchester oberhalb der Bühne auf einer Plattform schwebend, statt im Orchestergraben, wie üblich. Das Orchester war personell auch nicht so gross besetzt, aber hatte dank Akkordeon, Sousaphon und hoher Klarinette einen circensischen Klang. Ebenso verlängert, vergrössert Mentha die Bühne mittels eines Laufsteges, der mitten durch die Publikumsreihen führt. Mehr Platz benötigt diese Opera buffa auch, da, statt wie üblich ca. 6 tragende Rollen zum Zuge kommen, 18 verschiedene Charaktere agieren. Rossini konnte da aus dem Vollen schöpfen, da ihm bei seinem Engagement am Théâtre Italien in Paris ein sehr grosses, hochqualifiziertes Ensemble zur Verfügung gestellt wurde, ergänzt durch einen neu aufgebauten Chor (auch dies ungewöhnlich für die damalige Interpretation des Stoffes, der auf einem Libretto von Giuseppe Luigi Balloco fusst). Rossinis Stück inszenierte Mentha mit grosser Leichtigkeit, die Darsteller hatten auch genügend Zeit und Platz, um ihre komödiantischen Talente einzusetzen, das alles gepaart mit hervorragenden gesanglichen Kostproben, ob vom Stammensemble oder den Gästen. Howard Arman hat das Finale angepasst, indem er für jeden Sänger eine Liedsequenz aus seiner wirklichen Heimat aufbereitete, gefeiert von den, als Clowns kostümierten, Chormitgliedern. Nachdem sich diese mit Bananenessen (wie hinter Gitter) „aufgewärmt“ hatten, benutzten sie bei melancholischen Sequenzen ihre Feuerzeuge, wie es an Rockkonzerten üblich ist.

Was für ein Kunterbunter. In Gioachino Rossinis letzter italienischer Oper den Faden nicht zu verlieren ist fordernd.

Das Publikum erhob sich zu einer Stehenden Akklamation gefolgt von einem „Pavarotti Abschied“ mit dem Winken mit weissen Taschentüchern, wenn auch nur aus Papier. Dies erfüllte seinen Zweck, wirkte doch Dominique Mentha sehr gerührt und genoss die Huldigung.

Nachtrag:

Nach wenigen Vorstellungen zu Rossinis Lebzeiten erlebte die kunstvoll vertonte Burleske erst 1984 eine weltweit gefeierte Wiederentdeckung. Mentha sagte nicht leise Servus, sondern wird nachhaltig in Erinnerung bleiben, nicht nur wegen seiner Abschiedsinszenierung. Endgültig Abschied nehmen müssen wir hingegen von einem andern ehemaligen Luzerner Theaterdirektor Horst Statkus (1987 – 1999), der am 26. April verstorben ist.

Kleine Fotodiashow der Produktion von Tanja Dorendorf / T+T Fotografie

fotogalerien.wordpress.com/2016/05/01/luzerner-theater-il-viaggio-a-reims-dramma-giocoso-in-einem-akt-von-gioacchino-rossini/

Text: leonardwuest.ch

Fotos: www.luzernertheater.ch Tanja Dorendorf / T+T Fotografie

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