Cameron Carpenter entstaubt die Orgel , Tonhalle Zürich, besucht von Irène Hubschmid

Cameron Carpenter an seiner selbstgebauten Orgel

Cameron Carpenter an seiner selbstgebauten Orgel

Besetzung
Cameron Carpenter International Touring Organ

Programm:  Johann Sebastian Bach Präludium und Fuge Es-Dur BWV 552 «St.Anne»
Johann Sebastian Bach/
Gustav Mahler Syncretisches Präludium und Fuge in D-Dur, arr. Cameron Carpenter
Johann Sebastian Bach Chaconne d-Moll nach Busonis Klavierbearbeitung von BWV 1004, arr. Cameron Carpenter
Gustav Mahler «Rondo Finale», aus: Sinfonie Nr. 5 cis-Moll, arr. Cameron Carpenter
Olivier Messiaen «Dieu parmi nous», aus: La Nativité du Seigneur, neuf méditations pour orgue
Claude Debussy «La cathédrale engloutie», aus: Préludes I
Maurice Ravel La Valse, arr. Cameron Carpenter

Rezension:

Cameron Carpenter, 1981 in Pennsylvania,  USA, geboren, führte mit elf Jahren erstmals J.S. Bachs „Das „Wohltemperierte Klavier“ (BWV 846-893) auf.

Cameron Carpenter ist wirklich ein Ausnahmekünstler. Genial, aufgeweckt, mutig und entdeckungsfreudig.Nicht nur sein selbstgebautes Instrument, sprich die Orgel, wie auch die dazugehörige Musikanlage und auch sein exzentrisches Äusseres erzielten eine imposante Darstellung und dies alles gegenüber der klassischen Tonhalle-Orgel. Das Konzertpodium erinnerte an den Roman von Stendal: Le Rouge et le Noir.  Die Verstärker, deren zahlreich, wurde vom Publikum nicht allerseits goutiert. Es war dadurch manchmal überdimensioniert laut.

Zum Einstieg spielte Carpenter Präludium und Fuge „St. Anne“  J.S. Bach (1685-175). Ein fulminanter Auftakt wie Carpenter Bach versteht, interpretiert und wiedergibt; ja eine richtige Tonflutwelle gefolgt von sanfteren Passagen.

Im Anschluss das Syncretische Präludium und Fuge von J.S. Bach/Gustav Mahler (1860 -1911) arr. Cameron Carpenter. Man wusste nicht ob es Bach oder Mahler war. Manchmal war es ein zartes bis lieblichesTonspiel und dann auch wieder impulsiv bis aggressiv. Ein Musikspiel mit vielen Akzenten..

Das Chaconne nach Busonis Klavierbearbeitung von J.S. Bach arr. Cameron Carpenter hatte wirklich einen sinnlichen, wilden und zügellosen Charakter, frei nach Carpenter.

Das „Rondo-Finale“ von Gustav Mahler arr. Cameron Carpenter klang zeitweise wie ein Wasserfall, modern, quirlig, pointiert, sphärisch bis entrückt.

Nach der Pause. Bei gewissen Zuhörern zeichnete sich ein Sättigungsgrad ab und die  vollbesetzten Zuhörerreihen lichteten sich etwas.

Von Olivier Messiaen (1908-1992) „Dieu parmi nous“, aus La Navitiédu Seigneur, neuf médiations  pour orgue.  Einfach nur göttlich schön, meditativ und mit klerikalem Charakter.

Claude Debussy (1862-1918) „La cathédrale engloutie“, aus Préludes I. Anfang mit sonorem Glockenklang! Es vermittelte das Gefühl als wäre man in einer immensen Kathedrale. Carpenter spielte mit Kopf, Herz und grosser Hingabe. Dumpfe Untertöne begleitet mit ebenso gefälligen, wie leichtfüssigen Klängen.

Maurice Ravel (1875-1937)  La Valse, arr. Cameron Carpenter. Die Walzerklänge versanken in den Tonvariationen des Interpreten. Eine Fusion von „alt und neu“ in der Orgelmusikpräsentation, speziell und einzigartig.

Enthusiastischer Publikumsapplaus manchmal auch Standing Ovation.

Das Publikum beglückte Cameron Carpenter noch mit zwei Zugaben! In der einen Orgeldarbietung vermittelte er zackig/rassige Marschmusik.

Es war eine unendliche wie anregende Orgelgeschichte und für den Musiker noch lange nicht ausgeschöpft. Wenn er seiner authentischen Art und dem Carpenter-Kolorit treu bleiben kann, stehen ihm weiterhin Tür und Tor offen.

Trailer „All you need is Bach“

youtube.com/watch?time_continue=65&v=lcqOyWyqnUs

Text: www.irenehubschmid.ch 

Fotos: www.cameroncarpenter.com/ und  zko.ch/das-zko/

Homepages der andern Kolumnisten: www.leonardwuest.ch

www.marvinmueller.ch www.gabrielabucher.ch
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