La ciudad de las mentiras, Oper von Elena Mendoza, Welturaufführung,Teatro Real Madrid, 23. Februar 2017, besucht von Léonard Wüst

La ciudad de las mentiras

Besetzung:

Musical theatre in fifteen scenes
Music by Elena Mendoza (1973)
Libretto and musical collaboration by Matthias Rebstock, after the short stories Un sueño realizado, El álbum, La novia robada and El infierno tan temido by Juan Carlos Onetti

Principal Orchestra of the Teatro Real
(Orquesta Sinfónica de Madrid)

Rezension:

Zum 200sten Geburtstag des Teatro Real wurde u.a. das Musical in 15 Szenen  „La ciudad de las mentiras“ der jungen spanischen Komponistin Elena Mendoza (*1973)  uraufgeführt. Das Libretto stammt von Matthias Rebstock und erzählt die Geschichte von vier Frauen (zwei Sängerinnen, einer Akkordeonistin und einer Violinistin).

Die Oper der spanischen Musikerin, basierend auf vier Geschichten von Juan Carlos Onetti (Un sueño realizado, El álbum, La novia robada y El infierno tan temido), erzählt die Geschichte von einer Miniatur-Stadt, in der vier Frauen, die ein Paralleluniversum, durch Träume und Geschichten erschaffen um selbst aus der Realität zu entfliehen und die Lügen (las mentiras) stehen als Grundlage der sozialen Beziehungen.

Das Teatro Real ist ein wahrhaft königliches Haus an der Plaza de Isabel II, im Zentrum der spanischen Hauptstadt, ganz im Stil des klassischen Theaters.Auch das Interieur, viel Bordeaux, Gold und Stuck. Umso überraschender dann das relativ schlicht gehaltene Bühnenbild in grau, schwarz – weiss, darstellend drei Ebenen eines Hauses: das Parterre, das Hochparterre und die erste Etage, die dann auch abwechselnd, manchmal auch miteinander  bespielt wurden. Ebenso ungewöhnlich, dass die meisten, oder zumindest die dominierenden Instrumente, von den Darstellern auf der Bühne gespielt wurden und nicht im Orchestergraben, wo das Hausorchester ((Orquesta Sinfónica de Madrid) platziert war. Die Musik war denn auch sehr aussergewöhnlich, fast atonal chaotisch schräg, passte aber perfekt zur surreal anmutenden Handlung des Librettos. Instrumental phänomenal die Protagonisten. Absoluter Höhepunkt ein Perkussionssolo des Barman, wozu dieser ausschliesslich die Utensilien einer gutbestückten Bar gebrauchte, also Shaker, Eiskübel, Barlöffel, Zuckerdose usw.

Etwas später ahmten ihn die Barbesucher mit ihren Spielutensilien (Pokerkarten, Dominosteinen, Würfelbechern usw.).grandios nach. Deren Rhythmus übernahmen darauf die diversen Blasinstrumente, ergänzten ihn mit queren Harmonien, krönten das Ganze mit brillanten Soli. Ungewöhnlich für ein Musical: sängerisch passierte nicht viel, getanzt wurde gar nicht. Die Performance erinnerte an ein musikalisches Kammerspiel, inspirierend beeinflusst von Luis Buñuel (1900 – 1983) und Salvador Dali (1904 – 1989), den beiden grossen kompatriotischen Phantasten und Visionären der Komponistin. Die wenigen Gesangsstücke aber waren von hervorragender Qualität, dargeboten von Sängerinnen, die den Ansprüchen dieses traditionellen Hauses jederzeit gerecht wurden.

Das Publikum zeigte sich sehr offen für diese neuartigen Töne und feierte das Ensemble mit dem entsprechenden langanhaltenden Applaus.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: www.teatro-real.com/en/

Kleine Fotodiashow der Produktion von © Javier del Real | Teatro Real:

fotogalerien.wordpress.com/2017/02/13/la-ciudad-de-las-mentiras-teatro-real-madrid-23-februar-2017-besucht-von-leonard-wuest/

fotogalerien.wordpress.com/2017/03/03/la-ciuidad-de-las-mentiras-teatro-real/

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