St. Urbanhof Sursee, Niklaus „Knox“ Troxler im Gespräch mit Sara Zeller, 26. November, besucht von Léonard Wüst

Niklaus „Knox“ Troxler Grafik

Künstlergespräch mit Niklaus Troxler im Rahmen der World Wide Willisau Veranstaltungen in Sursee ( Knox im Gespräch mit Kuratorin Sara Zeller)

Niklaus Troxler ghenannt Knox

Wir gebens ja ungern zu, aber ein bisschen neidisch sind wir Sorser den Willisauern ihr Jazzfestival schon. Wir haben zwar ein Stadttheater, dessen Musiktheaterproduktionen schweizweit einen ausgezeichneten Ruf geniessen, aber eine weltweite Ausstrahlung, wie das Niklaus „Knox“ Troxler mit seinem Festival erreicht hat, fehlt uns halt schon. Obwohl das Willisau Jazzfestival ja nicht das Kerngeschäft von „Knox“ ist, hat er mit seinem Team etwas Ausserordentliches erreicht. Willisau ist heute schweizweit bekannt wegen seiner Willisauer Ringli, weltweit aber wegen seines Festivals. „Knox“ persönlich geniesst aber auch als Grafiker/Künstler weltweites Renommee, seine Werke sind in grossen Museen auf der ganzen Welt zu bewundern. Auch ist er ein gefragter Hochschuldozent. Im Moment sind ausgesuchte Exponate im Rahmen der „World Wide Willisau –Retrospektive Niklaus Troxler“ im Surseer Stadtmuseum Sankt Urbanhof noch bis am 7. Januar 2018 zu bestaunen.

Grundsätzliches zu Niklaus „Knox“ Troxler

Knox in angeregter Unterhaltung mit Besuchern

Vom Firmenlogo über die LP- und CD-Hülle bis hin zur Fassadengestaltung umfasst sein Oeuvre die verschiedensten Medien. Geht es um Musik, lotet er bisweilen die Grenzen der Lesbarkeit aus und lädt den Betrachter dazu ein, mit jedem Blick Neues zu entdecken. Troxler absolvierte eine vierjährige Lehre als Schriftsetzer, studierte an der Schule für Gestaltung in Luzern. Nach seiner Tätigkeit als Art Director in Paris (1972) gründete er ein eigenes Grafik-Studio in Willisau. Seit 1966 organisiert er Jazzkonzerte in Willisau, seit 1975 zudem ein jährliches international ausgerichtetes Jazz Festival, für die er regelmässig Plakate und Plattencover – etwa für Irène Schweizer – gestaltet. Er erhielt wichtige internationale Designpreise auf der ganzen Welt, war der erste, noch lebende Schweizer Künstler, der im MOMA (Museum of Modern Art) New York ausgestellt wurde. Auf Empfehlung von Heinz Edelmann, u.a. Art Director des Beatles-Films „Yellow Submarine“, bewarb sich „Knox“ für die Professur für Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Auch ohne Hochschuldiplom setzte er sich gegen 84 Mitbewerberinnen durch und trat diese im Jahre 1998 an.

Künstlergespräch der Kuratorin Sara Zeller mit dem Künstler

Knox im Zwiegespräch mit Kuratorin Sara Zeller

Ebenfalls Teil der Retrospektive war das Gespräch mit der Ausstellungskuratorin Sara Zeller im Sankt Urbanhof, bei dem „Knox“ auch Einblicke in Persönliches gestattete. Etwa 30 Personen erwarteten gespannt die Kuratorin und den Künstler. Sara Zeller nahm uns mit in die Ausstellungsräume, wo „Knox“ geduldig Fragen beantwortete, hier eine Anekdote einflocht, da ein Bonmot zum Besten gab. Ausführlich berichtete er von den Anfängen, seis als Grafikdesigner, seis als Festivalveranstalter. Die Musik sei nicht die eigentliche Grundlage seiner Arbeiten gewesen, hätte ihn aber immer beeinflusst, auch, weil er während des Schaffens Musik gehört hätte. Am Anfang war nicht das Feuer, sondern ein normales A4 Blatt, wo er schon mal einige Skizzen, Fragmente festhielt, bevor es dann an das Weltformat für Plakate ging für den ersten Detailentwurf.

Ein Plakat muss auf den ersten Blick Interesse wecken

Auch Details erklärt der Künstler gedulig

Er habe auch bewusst den Text immer an die Ränder platziert, um damit mehr Raum für das eigentliche Design zu haben. Das Visuelle sei nun mal das Wichtigste bei einem Plakat. Der Passant (Besucher) muss auf den ersten Blick interessiert sein und hinschauen. Die Schrift werde dann später auch wahrgenommen, aber das Wichtigste sei es, Aufmerksamkeit zu erregen. Der interessierte Zuhörer fragte sich da schon mal: Wie hat der das alles unter einen Hut gebracht? Er betrieb sein eigenes Designstudio in Willisau, organisierte und leitete das Jazz Festival Willisau, bildete nebenbei noch zehn Lernende aus, unterrichtete von 1998 bis 2013 als Professor für Kommunikationsdesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Die Führung des Festivals gab er 2010 an seinen Neffen Arno ab, steht diesem aber im Hintergrund noch beratend zur Seite. Erst da habe er gemerkt, dass er vorher immer einen übervollen Terminkalender gehabt hätte, bemerkte er schmunzelnd. Er habe nie das Gefühl gehabt, er sei überbeansprucht, da ihm auch alles immer viel Freude gemacht habe und er auch dank dem Kontakt mit den jungen Studierenden immer à jour geblieben sei, als Künstler und als Mensch.

Bereichernde Tätigkeit als Professor in Stuttgart

Knox erläutert einige seinder Plakate

So kolportiere er auch die Story, als er von der Firma Bosch für eine Plakatgestaltung angefragt wurde. Er fixierte das Projekt als Teil der Semesterarbeit in Stuttgart und beendete das Projekt zusammen mit den engagierten Studentinnen erfolgreich. Die Gage von Bosch verwendete man für eine Studienreise nach New York, tagsüber Atelierbesuche bei bekannten Designern, abends Besuche der angesagtesten Jazzlokale im Big Apple. So konnte „Knox“ seine Leidenschaft, die Musik, mit seiner beruflichen Tätigkeit auch da verbinden. Auch eine, von einer seiner chinesischen Studentin organisierten, Studienreise nach China sei sehr eindrücklich gewesen, konnte man doch das Atelier des weltberühmten, damals unter Hausarrest stehenden, Künstlers Ai Weiwei besuchen und wurde von diesem persönlich durch dessen Reich geführt. Geduldig beantwortete „Knox“ die Fragen von Sara Zeller, gab Erklärungen zu einigen  im Sankt Urbanhof gehängten Exponaten ab, erläuterte seine Vorgehensweise bei der Plakatgestaltung usw. Interessante Einblicke in das Schaffen und Werk des Künstlers und die Art des „Homo Knox“ wurde den Besuchern vermittelt während dieser spannenden Stunde.

Kleine Fotodiashow des Künstlergesprächs von Urs Hubacher, Stiftung Some huus Sursee:

fotogalerien.wordpress.com/2017/11/27/niklaus-knox-troxler-im-kuenstlerespraech-mit-kuratorin-sara-zeller-stadtmuseum-sankt-urbanhof-sursee-26-november-2017/

Text: www.leonardwuest.ch Fotos: Urs Hubacher, Stiftung Somehuus Sursee

http://www.sankturbanhof.ch/cms/website.php

und http://www.troxlerart.ch/  

http://www.jazzwillisau.ch/

Homepages der andern Kolumnisten: annarybinski.ch  www.noemiefelber.ch

www.gabrielabucher.ch  Paul Ott:www.literatur.li

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