Bregenzer Festspiele, “Carmen” auf der Seebühne, 18. August 2018, besucht von Léonard Wüst

Auch heuer beeindruckt die Seebühne und das Bühnenbild zu Carmen

Musikalische Leitung Jordan de Souza
Inszenierung Kasper Holten
Bühne Es Devlin
Kostüme Anja Vang Kragh
Licht Bruno Poet
Video Luke Halls
Ton Gernot Gögele | Alwin Bösch
Chorleitung Lukáš Vasilek | Benjamin Lack
Choreographie Signe Fabricius
Stuntchoreographie Ran Arthur Braun
Dramaturgie Olaf A. Schmitt

Besetzung

Carmen Gaëlle Arquaz
Don José Daniel Johansson
Escamillo Andrew Foster-Williams
Micaëla Cristina Pasaroiu
Frasquita Cornelie Isenbürger
Mercédès Judita Nagyova
Zuniga Sébastien Soulès
Moralès Wolfgang stefan schwaiger
Remendado Peter Marsh
Dancaïro Adrian Clarke

Stuntmen | Tänzer | Statisten
Bregenzer Festspielchor
Prager Philharmonischer Chor
Kinderchor der Musikmittelschule Bregenz-Stadt
Wiener Symphoniker

Rezension:

Carmen Wasserballett

Bei meinem allerersten Besuch auf der Seebühne 1992 stand ebenfalls „Carmen“ auf dem Programm. Hatte damals die Tribüne fast noch ausgesehen wie ein Baugerüst mit Sitzplätzen, ist heute alles viel mondäner, bequemer, inkl. geeigneter moderner Toilettenanlagen, fast alles, was zur Infrastruktur eines Opernhauses gehört. Die weltgrösste Seebühne (7000 Plätze) wird seit 1947 bespielt, wobei der Standort nicht immer am aktuellen Platz war. Zu Beginn der Festspiele im, Jahr 1946, als die Seebühne aus zwei Kieskähnen im Bregenzer Gondelhafen bestand, gab es ein Konzert mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart auf dem See. Für die „Entführung aus dem Serail“ von W. A. Mozart der ersten Oper, wechselte man im Jahre 1947 ins Strandbad, 1950 Begann dann das Spiel auf der heutigen Seebühne mit der Operette „Gasparone“ von Carl Millöcker.

Das Publikum strömt jeden Sommer in Massen an den Bodensee

Szenenfoto Carmen

Seither pilgern jedes Jahr um die 200000 Zuschauer nach Bregenz, um dieses weltweit einmalige Spektakel zu sehen. Die Aufführungen auf der Seebühne sind faktisch immer ausverkauft, frühzeitig Tickets erstehen ist ein Muss. Während der Festspielzeit werden, nebst der Seebühne, auch noch die folgenden Spielstätten bespielt: Das Festspielhaus und das Opernstudio am Kornmarkt So zählt man Jahr für Jahr total 250000 Festspielbesucher. Welche Bedeutung die Festspiele haben, zeigt die Tatsache, dass diese immer vom österreichischen Bundespräsidenten persönlich eröffnet werden. So tat dies heuer am 19. Juli Alexander van der Bellen. Dabei anwesend war, nebst anderer Prominenz, auch die schweizerische Bundespräsidentin Doris Leuthard.

Vergleich der Carmen Darstellerin von 1992 mit der von 2017

Gaëlle Arquez als feurige Carmen

Im Jahre 1992 verkörperte Julia Migenes die Titelrolle auf der Seebühne (diese hatte sie 1983 auch im gleichnamigen, sehr erfolgreichen Film an der Seite von Plàcido Domingo und unter der Regie von Francesco Rosi inne). Für mich war damals klar, eine erotischere „Carmen“ gabs vorher noch nie und wird es auch nie mehr geben.

Deshalb war ich natürlich auf die diesjährige Titelfigur besonders gespannt und musste mich eines Besseren belehren lassen. Die Französin Gaëlle Arquaz, ein richtiges „Vollweib“, die an diesem Abend die Carmen gab, gelang es auch bestens, knisternde Erotik rüberzubringen und bezirzte so nicht nur die Herren auf der Bühne, sondern auch sehr viele ebensolcher auf der Zuschauertribüne.

Auch dieses Jahr ein spektakuläres Bühnenbild

Szenenfoto Carmen

Beim Bühnenbild im Jahre 1992 bildete die Taverne des Lillas Pastia den Mittelpunkt, heuer lässt es viele Interpretationen zu, die Spielkarten, gehalten von den zwei 20 Meter hohen Händen, stehen symbolisch für das Kartenlegen, das unter Fahrenden (was „Carmen“, als Zigeunerin, im weitesten Sinne ja auch ist), grosse Tradition hat. Nebst den bekannten Arien stachen folgende Aktionen besonders hervor: Eine Balletteinlage, teilweise im Wasser stehend performt. Die Flucht von „Carmen“ mittels Kopfsprung in den See. Die zwei Tänzer, die mit eleganten Bewegungen, einer als Torero, der andere als Stier, einen Stierkampf nachstellten. Das spektakuläre Feuerwerk zum Schluss, das den Bodensee Nachthimmel erleuchtete.

Fazit des Abends

Don José (Tenor Daniel Johansson) and Carmen (Mezzo Sopranistin Gaëlle Arquez)

Ein Feuerwerk als Ganzes war auch die Inszenierung auf der Seebühne, auch dank Mitwirkenden, die man auf der Bühne, ausser über die zwei Monitore, gar nicht sieht, also die Wiener Sinfoniker und die diversen Chorformationen,( alle, wie jedes Jahr, mit grossartigen Leistungen). Ebenso die Techniker, die alles, auch noch so komplizierte, im Griff haben und so auch wesentlich zum Gesamtkunstwerk „Carmen auf der Seebühne“ beitragen. Dies belohnten die 7000 Zuschauer mit langanhaltendem, kräftigem Applaus.

Seebühnenvideo vor der Vorstellung

www.youtube.com/watch?v=PV0UT-DYT2A&feature=youtu.be

Trailer der Produktion:

http://www.youtube.com/watch?v=FB4Sq3pOh_M

http://www.youtube.com/watch?v=zxFjZHi-A50

In den Jahren 2019 und 2020 wird Verdis „Rigoletto“ gegeben, 2012 und 2022 kommt Giacomo Puccini mit „Madame Butterfly“ zum Handkuss

 

Text: www.leonardwuest.ch Fotos: bregenzerfestspiele.com/de

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www.gabrielabucher.ch Paul Ott:www.literatur.li

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