Silvesterkonzert des Zürcher Kammerorchesters «Viva la Diva», KKL Luzern, 31.Dezember 2018, besucht von Léonard Wüst

La Diva Simone Kermes Foto Sandra Ludewig

Besetzung und Programm:

Simone Kermes (Sopran)
Willi Zimmermann (Violine und Leitung)
Zürcher Kammerorchester

Georg Friedrich Händel «Arrival of the Queen of Sheba», aus: Solomon HWV 67
Nicola Antonio Porpora «Come nave in ria tempesta», aus: Semiramide Regina dell’Assiria
Wolfgang Amadeus Mozart Ouvertüre D-Dur zu «Le Nozze di Figaro» KV 492
Gioacchino Rossini «Una voce poco fa», aus: Il Barbiere di Siviglia
Gioacchino Rossini Ouvertüre zu «Il signor Bruschino»
Gaetano Donizetti «Ah tardai troppo – O luce di quest’anima», aus: Linda di Chamounix
Nico Dostal Ouvertüre zu «Clivia»
Nico Dostal «Ich bin verliebt», aus: Clivia
Jules Massenet «Méditation», aus: Thaïs für Violine und Orchester
Robert Stolz «Du sollst der Kaiser meiner Seele sein», aus: Der Favorit
Franz Lehár «Meine Lippen, sie küssen so heiss», aus: Giuditta
Johann Strauss (Vater) Wilhelm Tell Galopp op. 29b
Leonard Bernstein «Glitter and be gay», aus: Candide

Rezension:

 

Zürcher Kammer­Orchester Foto Sandro Diener

Man nennt sie auch einfach »La Kermes«. Sieht man Simone Kermes in ihren spektakulären Outfits auf der Bühne, meint man, eine echte Diva vor sich zu haben. Tatsächlich aber ist die Sopranistin herrlich unprätentiös. Sie tut ganz einfach, was ihr Spass macht, so die Ankündigung des Veranstalters.

Wie alle Jahre wieder erfolgte die Begrüssung durch den Intendanten & Managing Director des ZKO Michael Bühler mit launigen Worten und guten Wünschen im nicht ganz ausverkauften Konzertsaal des KKL in Luzern.

Georg Friedrich Händel «Arrival of the Queen of Sheba», aus: Solomon HWV 67

Schöner barocker Konzertauftakt, bei dem die Oboisten zum Handkuss kamen, durften sie doch ihren Part , die kurze, sehr lebhafte Instrumentalpassage für zwei Oboen im Zusammenspiel mit den Streichern, an der Seite von Konzertmeister Willi Zimmermann, der an diesem Abend die musikalische Leitung inne hatte, am vorderen Bühnenrand absolvieren.

Nicola Antonio Porpora «Come nave in ria tempesta», aus: Semiramide Regina dell’Assiria

Sopranistin Simone Kermes

Jetzt betrat die, als Diva angekündigte, 1965 in Leipzig in der damaligen DDR geborene gelernte Facharbeiterin für Schreibtechnik, die Bühne. Dies, in einem, ihrem Ruf entsprechenden Outfit in Form eines Rot – gelben, auf der Rückseite bodenlangem, mit riesigem Kragen, auf der Vorderseite über Kniehöhe endendem Kleides. Sie startete souverän in diese, stark an Mozarts „Königin der Nacht“ erinnernde Arie, die nur so gespickt ist mit Koloraturen, einem Markenzeichen des neapolitanischen Komponisten.

Es folgte noch Wolfgang Amadeus Mozart Ouvertüre D-Dur zu «Le Nozze di Figaro» KV 492 als Paradestück für das ausgezeichnete Orchester, ehe die Sopranistin für Gioacchino Rossinis «Una voce poco fa», aus Il Barbiere di Siviglia noch einen grossen Applaus einheimste, bevor die Musiker Gioacchino Rossinis Ouvertüre zu «Il signor Bruschino» zum Besten gaben.
Gaetano Donizettis «Ah tardai troppo – O luce di quest’anima», aus „Linda di Chamounix“ war die ideale Arie zum Abschluss des ersten Konzertteils, für den die Protagonisten einen langanhaltenden, kräftigen Applaus erhielten, bevor man sich gutgelaunt in die Foyers für die Pause begab.

Ausflug in die leichte Muse im 2. Konzertteil

Mit der Ouvertüre zu Nico Dostals Operette „Clivia“ startete das Zürcher Orchester fulminant in die zweite Konzerthälfte, bevor die deutsche Sopranistin, neu gestylt in einem feuerroten Kleid mit schwarzer Stola, mit der Arie «Ich bin verliebt» aus ebendieser ein Ausrufezeichen setzte. Ihr Sopran ist meiner Meinung nach für das Musiktheater weit besser geeignet als für den klassischen „Belcanto“, auch schien sich Simone Kermes darin wohler und sicherer zu fühlen.

Jules Massenet «Méditation», aus: Thaïs für Violine und Orchester

Willi-Zimmermann-Konzertmeister-des-Zürcher-Kammerorchesters-Foto-Thomas-Entzeroth

Es folgte Besinnlicheres. Für mich das absolute Highlight des Abends. Willi Zimmermann nutzte die Komposition von Jules Massenet um zu untermauern, welch grossartiger Geigensolist er ist, wenn er denn die Gelegenheit dazu erhält. Mit sehr viel Feingefühl und äusserst respektvoll meditierte er sich durch die Partitur.

Die folgenden zwei Arien «Du sollst der Kaiser meiner Seele sein», aus: „Der Favorit“ des Wieners Robert Stolz und «Meine Lippen, sie küssen so heiss», aus: Giuditta von Franz Lehár waren der Kermes förmlich in die Stimme geschrieben und sie begeisterte, unterstützt vom souveränen Orchester das gutgelaunte Publikum.

Paradestück für das gutaufgelegte Zürcher Kammerorchester

Beim „Wilhelm Tell Galopp op. 29b“ von Johann Strauss Vater gingen mit dem Orchester sprichwörtlich die Gäule durch, sehr zum Vergnügen des Auditoriums. Die Musiker in ungezügelter Spielfreude, animiert von ihrem, auch körperlich voll engagierten Konzertmeister Willi Zimmermann brausten durch die Partitur gaben alles und schufen eine Bombenstimmung im Konzertsaal.

Ein schwarzes Kleid mit Anthrazitstreifen, dazu silberne hochhakige, scheinbar relativ unbequeme Schuhe war das dritte Kermes Outfit des Abends für das finale „Glitter and be gay“ aus „Candide“ von Leonard Bernstein.

Simone Kermes Foto Sandra Ludewig

Natürlich rief der stürmische Schlussapplaus nach einer Zugabe, die uns, wie am Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, in Form des Radetzky-Marsches gewährt wurde. Dabei animierte »La Kermes« das Auditorium zum mitklatschen und tanzte dabei selber auf der Bühne herum.

Die zweite Zugabe, ruhigeres mit Händels – Lascia ch’io pianga, einer klassische Sarabande, nochmals Gelegenheit für die Sopranistin, ihr Können im ernsten Fach zu demonstrieren was anschliessend zu einer stehenden Ovation führte.

Trailer Simone Kermes – Glitter and be gay (Candide – L. Bernstein) Cunigonde

www.youtube.com/watch?time_continue=2&v=gvSDlj61nYE

Text: www.leonardwuest.ch Fotos: www.zko.ch und Léonard Wüst

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