Fotoausstellung Reise des Wassers – das Rotterdam-Projekt, Karin und Bruno Meier – Arnold

Fotoausstellung Reise des Wassers – das Rotterdam-Projekt

Fotoausstellung Reise des Wassers – das Rotterdam-Projekt

Die alte Erkenntnis „Der Weg ist das Ziel“, kombiniert mit dem Wissen, dass nur der die Quelle erreicht, der gegen den Strom schwimmt,  provoziert die Vision, den Lauf des Wassers (den Ursprung allen Lebens) zu erforschen, gar nachzuvollziehen. Ursprung für die Projektidee war das Kunst am Tiefbau-Objekt „Hörloch“, 2014 von Karin Meier-Arnold, das in der Altstadt von Sursee liegt. Das Objekt ist ein Schachtdeckel mit Gravuren und einem Münzschlitz. Wird ein Geldstück eingeworfen, so hört man den Hafen von Rotterdam. Mit wenigen Tönen erzählt das „Hörloch“ die grosse, komplizierte und spannende Geschichte der Wasserwege, wie auch das im Binnenland Schweiz gelegene Städtchen Sursee über den Weg des Wassers mit dem Meer und mit der grossen weiten Welt verbunden ist. All diese Zusammenhänge liessen in Karin Meier die Idee reifen, dem Fluss des Wassers eins zu eins zu folgen und in Gesprächen und Reflektionen mit Bruno, wurden die Pläne immer konkreter und der Ablauf war rasch klar. Karin wusste vom „Pfeifermobil“ (Näheres über unten eingefügten Link), man fragte an, bekam relativ schnell eine positive Rückmeldung. Alles schön und gut, aber nun stellte sich die Frage der Finanzierung. Eine zweimonatige Reise hiess für Bruno, als selbständig Erwerbender, dass 2 Monate keine Einnahmen generiert würden, Karin, als freischaffende Künstlerin hat ja auch kein fixes Einkommen. Da kam den beiden natürlich sehr gelegen, dass Bruno die Fotos seiner Ausstellung „Sursee im Umbruch“ en bloc verkaufen konnte. Jetzt war alles fixiert und das Abenteuer konnte losgehen.

Alle Abwägungen von Pro und Contra mündeten immer in die gleiche Erkenntnis: Nur mit dem „Pfeifermobil“ liessen sich die Bedürfnisse beider Protagonisten möglichst optimal abdecken, hatte man auch die Flexibilität, um auf Unvorhergesehenes unmittelbar reagieren zu können und eine relativ komfortable Reise – Wohn- und Schlafmöglichkeit war ja auch nicht zu verachten. Da so eine Erkundung des Wasserlaufs bis ins Meer bei Rotterdam zu Fuss doch ein happiges Unterfangen wäre, drängte sich eine alternative Erkundungsweise auf. Von der Idee, das Vorhaben mit einem Boot zu versuchen, kamen die beiden Künstler schnell wieder ab, zu gross die Unwägbarkeiten, zu klein die Schiffbarkeit der kleineren Gewässer. So ein Vorhaben wäre erst ab Erreichen des Rheins realisierbar, damit wäre viel von den Auswirkungen des Lebenselixiers Wasser auf die Menschen nahe der Quelle, an den Rinnsalen, Bächen, Flüsschen usw. gar nicht zu vermitteln. Auch das Verhalten der Bachanwohner können Auswirkungen haben, kleine Ursachen, wie ein Jaucheunfall, zeigen  ebenso unmittelbar verhältnismässig grosse Folgen (lokale Fischsterben), oder extrem wie beim Chemieunfall (Brand) vom 1. November 1986 bei der Sandoz in  Schweizerhalle, wo das in den Rhein abfliessende Löschwasser grosse Teile des Fischbestandes des Flusses bis in die Mündung bei Rotterdam vernichtete, da zusätzlich die benachbarte Chemiefirma Ciba-Geigy den Unfall nutzte, um als Trittbrettfahrer vermeintlich unbemerkt 400 Liter Atrazin, ein Pflanzenschutzmittel, in den Rhein einzuleiten. Vereinfacht: wenn die oben am Bach keine Vorsicht mit ihren Gewässern walten lassen, spüren auch die unten am Fluss, ja gar am Meer die Folgen, haben damit auch die Konsequenzen zu tragen. All diese Zusammenhänge kumulierte das Künstlerpaar, jeder auf seine Weise, Karin mehr auf das Wasser an sich fokussiert, Partner Bruno interessierten die Menschen, die am, mit, gar vom Wasser lebten. Gesamtheitlich ergibt sich ein beeindruckendes Gesamtwerk, irgendwie auch eine Ode an unsere Um- oder besser Mitwelt, der wir den nötigen Achtung zollen und mit der wir sorgfältig und respektvoll umgehen sollten. Wer das kapiert, hat das Ziel ebenso erreicht, wie die beiden Künstler nach zwei intensiven, spannend – aufwühlenden Monaten. Die Ausstellung war im Monat Juni zu bestaunen in der Galerie „Artyourself“ in Sursee.

Nachtrag: Die Stiftung Otto Pfeifer zur Förderung von Kunst, Kultur und Wissenschaft stellt schöpferisch tätigen Menschen ein Wohnmobil für 2 Monate kostenlos (plus Zuschuss an die Fahrt- und Lebenskosten) zur Verfügung. Es können sich Künstler, Fotografen, Filmschaffende, Architekten, Musiker, Wissenschaftler, Schriftsteller und andere bewerben, die bereits einen künstlerischen bzw. professionellen Leistungsausweis erbringen.

Das „PfeiferMobil“ wird an Personen vergeben, die ein konkretes Projekt realisieren möchten, für das die Mobilität notwendige Voraussetzung ist. Berücksichtigt werden Interessentinnen mit Wohnsitz in der Zentralschweiz oder mit einem spezifischen Bezug zu dieser Region. Es besteht keine Altersgrenze.

Text: www.leonardwuest.ch

Fotos: Stefan Rösli www.artyourself-forum.ch/

www.sankturbanhof.ch/cms/website.php?id=/ausstellungen/2014/sursee-im-umbruch.htm

www.pfeifermobil.ch/de/

www.meierfoto.com/

www.artyourself-forum.ch/

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www.gabrielabucher.ch Paul Ott:www.literatur.li [content_block id=29782 slug=ena-banner]

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